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Jetzt anmeldenDie Belagerung der Gralsburg - Stangenwand
Toureninfo
Standort / Karte
Tourenbeschreibung
Begonnen wurde diese Linie neun Jahre vor der endgültigen Fertigstellung, aus der gedachten Eroberung wurde letztendlich eine Belagerung, die Stangwand lässt sicht nicht einfach so erobern, wie die
Erstbegeher feststellen mussten:
"Die Stangenwand hat die Gestalt einer Burg. Einer mittelalterlichen Burg mit Zinnen und Bergfried, mit Vorwerken, Söllern und Terrassen. Zwei Felssporne im Rauchtal sind die Zugbrücken, die heranführen an die wehrhaften Mauern. Die Stangenwand liegt hoch über dem Tal, weitab von den Wegen, verwunschen und verwittert. […] Die Stangenwand ist die Gralsburg des Hochschwab. In ihrem Reiche suchen die Ritter der Berge nach ihrem Gral." (aus: Liselotte Buchenauer: "Hochschwab", Leykam-Verlag)
Die Linie führt nahezu senkrecht vom Gipfelbereich hinab, der untere Teil bietet eine etwas herbe aber spannende alpine Kletterei, die Hakenabstände sind hier etwas weiter, die Felsqualität ist in Ordnung, beendet wird die Zone durch eine Querung unter den begrenzenden Überhängen in der sechsten Seillänge.
Die folgenden Längen leiten aus diesem Wandbereich heraus. Am Beginn der neunten Seillänge sieht man erstmals einen alten Standplatz der „Südwandrisse“. Diese neunte Länge ist zugleich die einzige, die zumindest teilweise geneigte Plattenkletterei bietet. Die Seillängen elf und zwölf bilden das absolute Highlight der Tour: Die elfte ist zwar nicht die schwierigste, dafür aber anhaltend steil. Die zwölfte Seillänge kann man schlichtweg als sensationell bezeichnen.
Ehe man sich verdientermaßen ins Wandbuch eintragen darf, führt noch eine gemütlichere Länge auf das Wiesengelände. Richtig entspannen kann man jedoch erst ganz am Ausstieg, da die letzte Seillänge nochmals eine kurze Stelle im unteren sechsten Grad fordert. Die Route endet schließlich direkt auf dem kleinen Plateau unterhalb des Gipfels.
Würde man dieser Route ein Attribut zuschreiben, dann wäre das: steil! Stangenwandtypisch variiert die Felsqualität von brüchig bis hervorragend
Siehe Topo!
Alternative Variante:
Wer nur die Seillängen ab der neunten Seillänge klettern will, kann rechts auf den Steilwiesenrücken (Hubschrauberlandeplatz), dann dem Zustieg zur SO-Wand folgen, bevor man sich unter dem begrenzenden Fels nach rechts weiter Richtung SO-Wand wendet, geht man gerade unter die Felsen, ein einzelner Bolt am Einstieg. Danach in zwei Seillängen auf Höhe der neunten Seillänge klettern. Man quert zwischen dem ersten und dem zweiten Haken in die Seillänge.
Rüdiger Hohensinner, Matthias Theissing 04.07.2017 und 09.08.2017 (SL 1-5)
Rüdiger Hohensinner, Michael Bretterklieber 24.06.2026, 13.07.2026, 12.08.2026, 20.08.2026
Erste durchgehende Begehung: 28.08.2026
Südwandrisse, Südrisse:
Erstbegeher Ferdinand Deutschmann (seit 1975 verschollen im Karakorum), genaue Linie und Schwierigkeiten unbekannt.
Die Seillängen 11 und 12 sind ursprünglich Teil der Südwandrisse, das Einverständnis durch ehemalige Seilpartner wurde eingeholt. Die Seillängen 9 und 10 führen parallel zu den Südwandrissen (alte Standplätze), des Weiteren alte Haken in der 11. Seillänge. In der 12. Seillänge wurde so gut wie kein Material gefunden.
Der vermutliche Zustieg zu den Südwandrissen, wurde mit Standplätzen und wenigen Zwischenhaken eingerichtet (größtenteils 3er-Gelände). Dies dürfte auch mit dem Weg der Erstbegeher der Südwest-Wand übereinstimmen, siehe dazu:
„Die Erstbegeher von 1903, R. Kaltenbrunner und G. Frh. v. Saar kletterten von rechts hinauf in den Sattel, durch den Kamin hinunter in den Schutt, und dann weiter wie auch aktuell im Topo eingezeichnet.
Nachzulesen im Buch 'Der Hochschwab, Bergsteiger von einst erzählen, Hans Hödl & Norbert Hausegger, ISBN3-222-12219-9'. Oder 'Dr. Günther Freiherr von Saar: Das letzte Problem an der Stangenwand. – Festschrift des Akademischen Turnvereins (A.T.V.), Graz 1914, S225-232'.“
1 x 50 m
10
Kletterausrüstung, 50-m-Einfachseil (für das Abseilen zumindest 45-m-Doppelseil), 10 Exen, gesamte Alpinausrüstung (Helm!!!)
Eingebohrt von unten, ohne vorheriges Erkunden erst begangen.
Mobile Sicherungsmittel sind zwar nicht unbedingt erforderlich, könnten aber da und dort verwendet werden. Will man die elfte Seillänge selbst absichern, sind vor allem große Klemmgeräte notwendig. Trotz Bohrhakenabsicherung sollte die Tour auf Grund der konstanten Schwierigkeiten und Länge nicht unterschätzt werden.
Vom Bodenbauer Richtung Hochschwab, nach der ersten Steilstufe bei den Hundswänden, quert man ein Bachbett. Nach dem Beginn des Waldes zweigt links der Steig ins Rauchtal ab. Diesem folgt man einige Minuten durch den Wald, bis die ersten Felsen sichtbar werden. Man wendet sich nun nach links weiter ins Rauchtal. Nach dem Wald folgt eine Steilstufe, die rechts durch eine Rinne (1-2) überwunden wird. Der Weg führt danach weiter entlang des großen Latschenfeldes. Nicht der Latschenquerung zum Beilstein folgen, sondern weiter am Rand bis ans Ende der Latschen. Das von der Stangenwand herabziehende Schuttfeld durchquert man am besten relativ zentral entlang einzelner Felsinseln. Knapp vor dem Wandfuß quert man nach rechts, vorbei an der Gedenktafel, bis zur markanten kleinen Wasserrillenplatte (Bolt ist sichtbar).
1700 m
Vom Gipfel in einem Rechtsbogen in nordwestlicher Richtung auf Steigspuren zum Wanderweg ins Rauchtal (auf Steinmänner achten!) und links durch das Rauchtal zurück zum Bodenbauer / Einstieg.
Abseilen über die Tour möglich, aber nicht empfohlen!
28.08.2026
Rüdiger Hohensinner
Ausgangspunkt / Anfahrt
Vom Mürztal Richtung Aflenz bis nach Thörl, dann links nach St. Ilgen abbiegen und zum Bodenbauer.
Thörl - 638 m
Ghf. Bodenbauer - 880 m



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