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Jetzt anmeldenHerzogkante - Lalidererspitze
Toureninfo
Topos
Standort / Karte
Tourenbeschreibung
Lange, kompromisslose Tour, die selbst geübte Kletterer zur Gänze fordert. Hallenskills erleichtern hier nur bedingt die moralischen und technischen Anforderungen. Wer blind an den Griffen zieht, hat sie schnell mal in der Hand. Je weiter man sich dem Gipfel nähert, desto mehr macht es Sinn, den Wollfilzhut durch einen modernen Bergsteigerkopfschutz auszutauschen, da die teils mikrowellengroßen losen Blöcke durchaus unangenehme bis lebensverneinende Folgen verursachen könnten.
Trotz ihres verhältnismäßig niedrigen Schwierigkeitsgrades ist diese Tour nicht zu unterschätzen. Für abenteuerlustige Alpinisten mit einem Hauch von Fatalismus und Kaltblütigkeit jedoch ein wahres Schmankerl. Ästhetische, abwechslungsreiche und stellenweise nervenkitzelnd luftige Kletterei, sowie atemberaubende Tiefblicke machen die Herzogkante zu einem durchaus lohnenden Gesamterlebnis.
Einen guten Film im ARD über die Herzogkante findet ihr hier: Herzogkante an der Laliderer Nordwand · Himmelsleitern
Otto, Christian und Paula Herzog, 1911
2 x 60 m
10
Grundsortiment
Grundsortiment
Komplette Alpinkletterausrüstung. Im unteren Teil kann gut mit Friends und Keilen gesichert werden. In den oberen SL dienen mobile Sicherungsmittel aufgrund von mangelnder Felsqualität eher der Moral und hier und da zum Aufbessern von Ständen. ;)
Einige der Stände sind mit einem einzelnen Klebehaken saniert worden (umgeschlagen, mittlerweile wieder geradegebogen, alle Haken können gefädelt oder geklippt werden). Die restlichen Stände, bis auf 2-3 (Köpflstand), sind mit Normalhaken eingerichtet.
Es stecken immer wieder Normalhaken, die meisten davon erwecken einen relativ vertrauenswürdigen Eindruck. Klebehaken sind NUR an Ständen zu finden (so weiß man zumindest immer, dass man da richtig ist :D)
Die Schwierigkeiten sollten von Vor- & Nachsteiger zwingend beherrscht werden. A0 kann nur das Wenigste geklettert werden und einen Sturz sollte man in diesem Gelände eher vermeiden.
Eine gesunde Selbsteinschätzung ist hier von Vorteil.
Von der Falkenhütte zunächst den breiten Fahrweg runter bis zum Sattel. Dann links des Schotterfeldes in den Grasmatten hoch und nach ca. 20 min aber rechtzeitig nach rechts zu den Serpentinen im Schotterfeld queren. Am rechten Rand des Schneefeldes aufsteigen und dieses an geeigneter Stelle nach links zu einem relativ flachen, schotterbedeckten Band queren. Auf dem Band unschwierig über Stufen nach links ca. 70–100 m bis zum Einstieg der Tour (1-2).
Pickel und Steigeisen/Grödeln können hier von Vorteil sein. Das Schneefeld ist recht steil und in den frühen Morgenstunden festgefroren.
Die Falkenhütte erreicht man von der Eng in ca. 2,5 Stunden über das Hohljoch.
1950 m
Vom Ausstieg zuerst zur Biwakschachtel. Von da über den Südhang auf- und absteigend um den Ladizturm herum und westlich von diesem auf deutlichen Steigspuren zur Gratscharte aufsteigen, die den Einstieg in die Spindlerschlucht vermittelt. Achtung! Nicht zu früh östlich in eine ähnliche Schlucht absteigen. Den Beginn der richtigen Schlucht markieren ein großer Steinmann, eine Markierung und ein Abseilring. Der anspruchsvolle Abstieg ist in der Folge grün markiert und führt mit 8 gebohrten Abseilstellen (15 bis 20m), Steigspuren und leichtem, oft brüchigem Klettergelände (bis 2) ins Kar.
In der Schlucht steckt auch einiges an mehr oder minder vertrauenswürdigem Material. Der richtige Stand will bedacht gewählt werden! Evtl. Hammer und Haken zur Aufbesserung? (Nur aus Erzählungen, wir mussten aufgrund von Schlechtwetter den Abstieg nach Scharnitz nehmen). Infos zum Abstieg durch die Spindlerschlucht findet ihr hier: https://higher-ground.at/?p=2166. Zeit Abstieg Spindlerschlucht: gute 4 Stunden bis zur Falkenhütte.
Alternativ (vor allem bei Schlechtwetter!!!) bietet sich der lange, aber unschwierige Abstieg nach Scharnitz an (5-7h, je nachdem, wie fertig man so is ;))
Das Topo ist größtenteils aus Erinnerungen und sollte daher mit Vorsicht genossen werden. Trotzdem haben wir unser Bestes gegeben diverse Fehler in den bereits vorhandenen Topos auszubessern. Vor allem in den letzten beiden Seillängen ist unsere Kletterlinie zur Gänze vom Panico Topo abgewichen (drinnen stand 3, bei uns waren es 2). Sind wir an einem Stand vorbeigeklettert? Wer weiß, wir haben zumindest nix gesehn und oben sind wir trotzdem angekommen.
Die Wegfindung war aufgrund von deutlichen Abkletterspuren und hier und da einem Schlaghakerl nicht allzu schwierig. Der eine oder andere Verhauer ist jedoch vorprogrammiert und die Augen sollte man trotzdem stets offen halten beim Klettern.
Viel Spaß!
Emily Young, Raimund Schuh
13.09.2026
Ausgangspunkt / Anfahrt
Eng - 1225 m
Eng Rasthütte - 1225 m



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