Hölltalspitze Ostkante

Klettern
Mittel
(1)

Toureninfo

Hölltalspitze Ostkante
Diff.
Schwierigkeit 5
Absicherung
AbsicherungAlpin
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit
Kletterlänge / Gesamthöhe / Kletterzeit / Gesamtzeit 700 m  /  1100 Hm
6:00 Std.  /  12:15 Std.
Ausrichtung Ost
Ausrichtung Ost
Zustiegszeit
Zustiegszeit 2:45 Std.
Abstiegzeit
Abstiegzeit 3:30 Std.
Kondition:
Kraft:
Erfahrung:
Landschaft:
Beste Jahreszeit:
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dec

Standort / Karte

Tourenbeschreibung

Regionen:
Gebirge:
Berg:
Hö  (3277 m)
Charakter:

Die Hölltalspitze Ostkante ist eine ansprechende, lange Gratkletterei im Stubaital. Über dem Mutterberger See im hinteren Stubaital liegen zwei Gipfel, die durch einen langen, markanten Grat miteinander verbunden sind: westlich die Mutterberger Seespitze und östlich die Hölltalspitze, an die sich der markante Ostgrat anschließt. Die Hölltalkante wurde von Heinrich Klier, dem Autor des Alpenvereinsführers "Stubaier Alpen" und zugleich Erstbegeher des Grates, als lange und lohnende Gratkletterei beschrieben. Tatsächlich bietet die Kante abwechslungsreiche und lohnende Seillängen in für Stubaier Verhältnisse erstaunlich festem Fels. 

Genaue Routenbeschreibung:

Siehe Topo.

Die Tour beginnt nach den ersten beiden nach Süden ausgerichteten Grataufschwüngen. Zunächst über leichtes Gelände bis zu einer markanten Doppelverschneidung. Durch die rechte Verschneidung links aufwärts zu einem Bohrhaken und weiter bis auf einen Felskopf. Anschließend über leichteres Gelände bis unter den nächsten Steilaufschwung. Diese Seillänge ist länger als 50 m. Entweder teilweise gleichzeitig klettern oder bereits vorher an einer markanten Schuppe einen Schlingenstand einrichten. Über eine Verschneidung gerade empor, anschließend etwa 3 m nach rechts zu einem Bohrhaken und weiter gerade hinauf zum Stand (V). Nun einer Rampe folgen, die über einen schmalen, kurzen Grat zum nächsten Steilaufschwung führt. Stand links unter einem kleinen Überhang. Die folgende, etwas brüchigere Seillänge führt zunächst gerade empor und anschließend der Kante folgend weiter. Über eine Platte gerade hinauf bis zu den Gratzacken auf dem schmalen Grat am Kopf des ersten Pfeilers. Die Seillängen sind durchwegs etwa 50 m lang. 

Im weiteren Verlauf werden zwei kleinere Türme überklettert. Vom zweiten Turm etwa 10 m in eine Scharte abseilen (BH). Hier besteht eine Fluchtmöglichkeit nach Norden ins Hölltal. Der Rückzug erfolgt über Abseilen und Abklettern; insgesamt sind in diesem Abschnitt drei Bohrhaken vorhanden.

Am ersten Pfeiler ist erst etwa ein Drittel der gesamten Tour geschafft. Der weitere Gratverlauf wird etwas leichter und bietet überwiegend guten Fels, der sich mit Friends sehr gut absichern lässt. Weiter am Grat bzw. knapp links davon aufwärts. Vor dem markanten Steinmandl am Vorgipfel warten nochmals perfekter Fels und einige besonders schöne Klettermeter.

Erstbegeher / Erstbesteiger:

H. Klier und E. Knapp im Jahr 1971

Seillänge: 

2 x 50 m

Expressschlingen: 

8

Ausrüstung:

Alpine Grundausrüstung, kompletter Satz Friends sowie 2 × 50 m Doppelseil.

Je nach Verhältnissen ist für den kleinen Höllentalferner Gletscherausrüstung bzw. Grödeln von Vorteil.

Bemerkung zu den Versicherungen:

Unten mit wenigen Bohrhaken gesichert, oben ist der Grat selbständig abzusichern.

Ergänzung zur Schwierigkeit:

Im unteren Teil Passagen 5, der obere Gratteil bis 3.

Zustieg zur Wand:

Von Mutterberg bzw. der Dresdner Hütte führt der Zustieg über die Wilde Grube zum Mutterberger See. Von dort folgt man dem Stubaier Höhenweg ein kurzes Stück in östlicher Richtung, bevor man bei der Hohen Grube nach Norden ins Hölltal abzweigt. Der Einstieg befindet sich auf etwa 2.700 m, hinter den beiden vorgelagerten Grataufschwüngen.

Höhe Einstieg: 

2700 m

Abstieg:

Vom Gipfel über leichtes Gelände am Nordgrat absteigen und links am markanten Turm vorbei in die Scharte vor der Östlichen Schwarzenbergspitze. Von dort etwa 30 m abklettern. Auf der linken Seite befindet sich bei einer Schuppe eine Schlinge. Von hier 50 m abseilen bis zum Wandfuß. Anschließend über die letzten Reste des Hölltalferners durch das Hölltal absteigen.

Bemerkungen:

Anspruchsvolle, sehr lange, alpine Klettertour - wer sich unsicher ist, geht besser mit einem Stubaier Bergführer.

Die Sanierer meinen: Die etwas in Vergessenheit geratene Route verdient unserer Meinung nach deutlich mehr Beachtung und bringt alle Voraussetzungen mit, sich zu einem mittelschweren Gratklassiker zu entwickeln. Daher haben wir uns entschlossen, die schwierigeren Seillängen bis zum ersten Pfeiler zeitgemäß und mit Augenmaß zu sanieren. Trotz einzelner Bohrhaken an den Ständen sowie zweier Zwischenhaken konnte der alpine Charakter der Route weitgehend bewahrt werden.

Autor: 

Johannes Mair - die Stubaier Bergführer

Autor (Referenz): 

Ausgangspunkt / Anfahrt

Anreise / Zufahrt:

Brennerautobahn bis zur Abfahrt Stubaital und im Stubaital bis nach Neustift - ab hier weiter bis zur Mutterbergalm. Auto bei der Talstation der Stubaier Bergbahnen abstellen und mit den Stubaier Bergbahnen zur Station Fernau auffahren. Mit Öffis: Mit der Bahn bis Innsbruck Hbf. oder Fulpmes und weiter mit dem Linienbus (Linie 590) bis Neustift im Stubaital Mutterbergalm.

Talort / Höhe:

Neustift im Stubaital  - 993 m

Ausgangspunkt / Höhe:

Mittelstation Fernau Mutterberg  - 2294 m

Bilder (5)

Übersicht - die Hölltalspitze Ostkante mti dem Hölltalferner

Übersicht - die Hölltalspitze Ostkante mti dem Hölltalferner

Übersicht: Die Hölltalspitze Ostkante vom Zustieg aus gesehen.

Übersicht: Die Hölltalspitze Ostkante vom Zustieg aus gesehen.

Hölltalspitze Ostkante

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