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Jetzt anmeldenNordgrat - Großvenediger
Toureninfo
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Standort / Karte
Tourenbeschreibung
Der Nordgrat des Großvenedigers ist eine recht ausgiebige Bergfahrt, die sich durchaus mit dem Stüdlgrat messen kann. Der Venediger Nordgrat ist deutlich wilder als der Südgrat am Glockner, da es keine Standbohrhaken und nur 4 Bohrhaken und einen fixen Keil im Bereich der Schlüsselstelle gibt. Gefordert wird vom Alpinisten solides Bergschuhklettern bis zum oberen dritten Grat und schnelles Fortbewegen (kurzes Seil oder seilfrei) bis zum zweiten Schwierigkeitsgrad. Die Begehungszeit hängt auch von der Schneelage ab. Sind die leichten Teile des Grates mit gutem Trittfirn bedeckt und die schweren Passagen trocken und schneefrei, kommt man schneller voran. Eine frische Neuschneeauflage kann die Tour aber zum langwierigen Alpinabenteuer machen. Gesamt eine lohnende Nordgrattour auf einen der bekanntesten Gipfel Österreichs, die einen schönen Kontrast zum einfachen und eintönigen Normalweg darstellt.
Siehe auch Topo!
Von der Stange auf 3.295 m folgt man dem schmaler werdenden Grat. Bei einem Turm steil hinunter (3, gebohrter Abseilstand an der Kante, 15 bis 20 m), unten wird das Gelände leichter (1). Man überklettert den nächsten Aufschwung (2- und 1-2) und klettert diesen zur Keidel-Scharte ab. Alternativ kann auch hier abgeseilt werden. Von dort weiter im Bereich des Grates höher (1-2), oben auf dem Grat dann zum Torwächter (3.465 m). Vom Gipfel einfach hinunter zur Meynow-Scharte (2. Fluchtmöglichkeit zum Obersulzbachkees hinunter). Rechts vom Grat (westseitig, anfangs steil, nach rund 20 Metern steckt ein bolt) hinauf, bis man wieder auf die Sonnenseite gelangt. Nun ostseitig länger steil hinauf (2-3) bis der Grat wieder flacher wird (1-2). Auf dem Grat weiter (1-2) bis sich dieser wieder stark aufstellt. Die Schlüsselpassage (Standplatz, zwei bolts) beginnt mit einem breiten Riss, danach leicht rechtshaltend und gerade aufwärts (Stand nach 25 Metern bei zwei bolts). Die kleinen Stufen rechts werden links umgangen, danach folgt wieder leichteres Gelände. Am Ende dem leichten Blockgrat bis zum Gipfel folgen.
H. Meynow, W. Weigand, J. Unterwurzacher und N. Kaserer am 17.7.1892 (ab Meynow-Scharte) R. Szalay und R. Stein am 26.7.1921 (gesamter Nordgrat)
1 x 50 m
4
Grundsortiment
1 x 50 m Einfachseil, 4 Expressschlingen, sehr gut zur Absicherung eignen sich kleine und mittlere Keile bzw. Friends, einige Bandschlingen und Helm. Komplette Gletscherausrüstung für den Zu- und Abstieg.
In der Schlüsselseillänge gibt es zwei Standplätze und 4 Bohrhaken, der Rest des Grates ist je nach Bedarf selbständig abzusichern.
Eine Passage 4-, oft 2-3 und leichter.
Man folgt von der Kürsingerhütte dem markierten Weg in Richtung Großvenediger, zuerst ein markierter Weg, dann auf dem Gletscher. Auf ca. 2920 schwenkt man vom Normalweg ab nach rechts. Man geht über den Gletscher zu den Ausläufern des Nordgrates. Auf ca. 3110 verlässt man den Gletscher (Stand Ende August 2015). Danach über Blockwerk bis zur Kuppe bei Punkt 3295 m (Holzstange). Dort beginnt der eigentliche Nordgrat.
3295 m
Vom Gipfel östlich auf dem oberen Keesboden des Schlatenkeeses zur Venedigerscharte (3407 m) absteigen. Dort dann in Richtung Norden (kurz steiler, sehr große Spalten!) hinunter auf das Obersulzbachkees und im Bogen wieder zurück zur Kürsingerhütte.
Gut markierter Wanderweg zur Kürsingerhütte (2.558 m, 1 Std).
Alpenvereinskarte Nr. 36 Venedigergruppe
Einige Bergsteiger steigen oben bei der Meynow-Scharte in den letzten Teil des Nordgrates ein, dabei verkürzt sich die Kletterstrecke um etwas mehr als die Hälfte. Bei der Meynow-Scharte kann man den Nordgrat auch zum Obersulzbachkees verlassen (Spalten!), das geht auch schon früher, bei der Keidelscharte, dort ist das Gelände aber sehr steil (ca. 50°, vermutlich abseilen an Eissanduhr oder Firnanker nötig)! Bei guten Verhältnissen am Ende des Sommers geht man den ganzen Grat ohne Steigeisen (auch bei den beiden Scharten kommt man nicht ernstzunehmend in Schnee/Eis). Im Frühjahr bzw. Frühsommer wird öfters mit Steigeisen geklettert. Der Abstieg auf dem Normalweg ist im Bereich nach der Venedigerscharte kurz steil und sehr spaltenreich. Bei großen Spalten sind manchmal Leitern zur Übersteigung montiert. Die Verhältnisse von Abstieg und Tour klärt man evtl. kurz mit dem Hüttenwirt der Kürsingerhütte ab. Der Zu- und Abstieg erfordert Hochtourenerfahrung. Den Grat klettert man mit Bergschuhen und geht viel seilfrei oder am kurzen Seil (Erfahrung im hochalpinen Felsgelände ist nötig....).
01.08.2026
Axel Jentzsch-Rabl / Michael Kräftner - bergtraum.at
Ausgangspunkt / Anfahrt
Von Mittersill (alternativ auch vom Zillertal über den Gerlospass) nach Neukirchen am Großvenediger. Dort in die Sulzau und weiter in das Sulzbachtal bis zum Parkplatz Hopffeldboden (wenn Kühe beim Parkplatz weiden, parkt man besser auf dem eingezäunten Bereich, dort Parkgebühr). Weiter mit dem Hüttentaxi zur Materialseilbahn (1929) auf dem Oberen Keesboden Öffis: Mit der Bahn nach Neukirchen am Großvenediger und weiter mit dem Hüttentaxi zur Materialseilbahn (1929 m) auf dem Oberen Keesboden. Infos Hüttentaxi www.kuersinger-huette.at
Neukirchen am Großvenediger - 858 m
Kürsinger Hütte - 2558 m



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