Westgrat Zettenkaiser und Scheffauer
Toureninfo
Topos
Standort / Karte
Tourenbeschreibung
Lange, leichte und vor allem landschaftlich schöne Gratklettertour an den westlichen Ausläufern des Kaiser Gebirges. Die Tour ist ein schöner Mix aus leichten Gratpassagen, schöner Turmkletterei und alpiner Abseilfahrt. Bis zum Zettenkaiser wird die Tour sehr oft gemacht, der Übergang zum Scheffauer setzt diesem Anstieg aber die alpine Krone auf. Vom Grat und den Gipfeln genießt man fantastische Ausblicke auf den Hintersteiner See und in das Inntal.
Am Ende der Latschengasse auf dem leichten Grat (Stellen 1) tlw. gehend oder kletternd zu einem Abbruch mit 3 Bergrettungshaken (die nicht benützt werden) an der Kante.
Aufstieg Zettenkaiser (beschrieben für 60 m Einfachseil): Ca. 15 m vor diesem Abbruch klettert man auf der Südseite eine Rinne (1) hinunter zu einem Band, auf diesem wieder an die Gratkante und über leichtes Gelände (1) in eine Wiesenscharte. Man steht vor dem Treichl Turm, der direkt an der Kante (2, ein Normalhaken) erklettert wird, oben gibt es wieder 2 Bergrettungshaken. Von diesen kurz weiter auf dem Grat und leicht südseitig der Gratkante in die Scharte vor dem nächsten Turm abklettern (2+). Oder aber von den Latschen nach den Bergrettungshaken nördlich eine Rampe hinunter (1) und unten rechts über eine kurze Steilstufe (gr. Block, ca. 2+) hinauf auf einen Absatz. Von diesem leicht, 2- (1 Normalhaken) in die Scharte. In der Scharte über die Schlüsselstelle (4m-Wandl jetzt mit 2 Klebe-Bohrhaken und Steigschlinge. 3/A1. Mit Hilfe der Steigschlinge ist die Stelle leichter, als sie aussieht) hinauf den nächsten Turm. Stand bei großem Köpfl auf der Ostseite, vor einer Abkletterstelle. Von dort abklettern (2-) und weiter an der Nordseite des nächsten Turms (1) zu Standplatz mit einer Sanduhr (Schlinge vorhanden). Kurz steiler hinunter (2-) und auf der NO-Seite des nächsten Turms (1) bis zu einem Köpfl vor der Abkletterpassage. Auf einer Rampe (1) hinunter zu einer Wiesenscharte und weiter zu der schon sichtbaren Aufschrift "Nur für Geübte" (der Riegensteig - Normalweg Zettenkaiser - ist erreicht). Weiter der roten Punktmarkierung aufwärts bis zum Gipfel folgen (Stellen 1).
Abstieg zur Grübler Lucke (einem 50 m-Einfachseil 5 bis 7 x abseilen):
1. 25 m vom Gipfelkreuz zu Abseilbügel am Beginn einer sehr steilen Rinne.
2. 25 m durch die Rinne und über eine senkrechte Platte zu BH (Abseilen zwingend!)
3. 25 m links haltend an der Wand entlang über steile Schrofen zu BH.
4. 5 m an der Wand entlang zum nächsten BH.
5. 25 m links haltend an der Wand entlang über steile Schrofen zu BH. (Das Absteigen über die brüchigen Schrofen ist möglich, aber unangenehm.)
Dann links haltend hinauf zum Gratrücken (1-2, Stand an Latsche) und absteigen zur Grübler Lucke (50 m, 1 oder weiter 2 x abseilen (breite Schuttrinne und Abbruch) und über Schrofen hinauf zur Grübler Lucke.
Aufstieg Scheffauer: Von der Grübler Lucke auf dem breiten, grasigen Westgrat des Scheffauers aufwärts. Später klettert man auf dem schmaler werdenden Grat in sehr schöner und leichter Kletterei (Stellen 1-2) bis auf einen Gratkopf direkt vor dem Gipfel. Dort muss man steil hinunterklettern. Zuerst ganz kurz südlich, dann wieder zur Direktlinie (zu Bohrhaken) queren. Hinunter über den Spalt (3-; der sogenannte Schafflersprung - Umgehung auf Nordseite (2+) ist möglich oder einfach 6 m in die Scharte abseilen zu Wiesengelände und weiter unschwierig auf den Gipfel.
Zettenkaiser Westgrat: G. Schuster u. A. Straßer, 1896 Abstieg Zettenkaiser: G. Herold, 1897 Scheffauer Westgrat: A. Böhm u. L. Purtscheller mit Gef., 1883
1 x 60 m
4
1 x 60m Seil, 4 Expressschlingen und Bandschlingen für die Felsköpfe.
Teilweise Standbohrhaken und an der Schlüsselstelle steckt auch ein Bohrhaken - gesamt aber eher alpin.
Eine Stelle 3/A0, viele Stellen 2, oft leichter.
Auf dem Wanderweg zur Waller Alm und dort weiter in Richtung Kaindlhütte bis man zum Kreuz des Hocheggs kommt. Dort rechts dem Zaun entlang auf Steigspuren aufsteigen, oben dann durch steile Latschengassen bis auf den Grat vor dem Grübler Kaiser (ca. 1700). Dort weiter auf dem leichten Grat (Stellen 1) bis zu den vier Grattürmen, dort beginnt die eigentliche Kletterei (Absatz mit drei Bergrettungshaken).
Vom Scheffauer östlich in die Scharte. Hintersteiner See: Dort rechts hinunter in Richtung Scheffau, im Bereich der Veitskirche südwestlich in Richtung Hintersteiner See, am Ende dem See entlang bis zum Parkplatz. Waller Alm: Von der Scharte östlich des Scheffauers nördlich auf dem Widauersteig zur Kaindlhütte und von dort zurück zum Hochegg und weiter zur Waller Alm und zum Parkplatz. Anm: Man kann auch von der Waller Alm zum Gasthof in Hinterstein gehen.
Alpenvereinskarte Nr. 8 Kaisergebirge
Leichte, aber lange Gratkletterei. Der Abstieg (Abseilen) vom Zettenkaiser in die Grübler Lucke ist im Grunde die Schlüsselstelle, da man dort etwas alpine Erfahrung braucht. Der untere 3te Schwierigkeitsgrad sollte solide beherrscht werde. Wegen der vielen Graspassagen sollte man die Tour nur bei stabilen Wetterverhältnissen unternehmen. Wer sich bis zum Zettenkaiser schon schwer getan hat oder kein Seil dabei hat, sollte besser zurück und über den Riegensteig absteigen (rote Punktmarkierung, Steig führt zur Kaindlhütte). Den Schafflersprung besser mit Seilsicherung machen (eine Gedenktafel hängt schon dort...) oder einfach 6 Meter in die Scharte abseilen. Die Tour ist die ideale Vorbereitungstour für den etwas schwereren Kopftörlgrat.
Ausgangspunkt / Anfahrt
Von Wörgl oder Kufstein bzw. St. Johann nach Scheffau am Wilden Kaiser und weiter zum Hintersteiner See (ist beschildert). Am See entlang bis zum gebührenpflichtigen Parkplatz beim Gasthof in Hinterstein (dort wo die Straße endet). Alternativ kann man von Eiberg ober dem Steinbruch mit dem MTB zur Waller Alm hinauf fahren (siehe Karte mit Track). Öffis: Mit der Bahn nach Wörgel und mit dem Bus nach Scheffau und weiter zum Hintersteiner See.
Scheffau - 745 m
Parkplatz beim letzten Gasthof am Hintersteiner See - 930 m
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